Hier haben wir einige Informationen zum Thema „Leben mit einem LVAD“ für dich gesammelt*.
Der Weg zum LVAD
Therapiemöglichkeiten einer Herzinsuffizienz
Genesungsziele und der Alltag in einem neuen Leben
Dauerlösung oder der Zwischenschritt zum Spenderorgan?
Welche Medikamente werden nach der Implantation eines LVAD notwendig und warum?
Der Alltag mit dem LVAD
Begriffserklärungen
Therapiemöglichkeiten einer Herzinsuffizienz
Luftnot, Müdigkeit und Antriebslosigkeit, geschwollene Beine und Füße oder Bauch, Appetitlosigkeit, vermehrtes Wasserlassen in der Nacht oder Schlafstörungen können Symptome einer Herzmuskelschwäche beziehungsweise einer Herzinsuffizienz sein. Die Skala der New York Heart Association (NYHA) unterteilt die Herzinsuffizienz in die sogenannten NYHA-Klassen, welche jeweils die unterschiedliche Ausprägung von Symptomen wie Kurzatmigkeit und Erschöpfung angibt. In den NYHA-Klassen I und II treten die Symptome erst bei stärkerer körperlicher Belastung auf. Im Stadium der Klasse III bei leichter körperlicher Aktivität und in der Klasse IV bereits im Zustand der körperlichen Ruhe.
Zunächst wird meist versucht, die Herzinsuffizienz medikamentös zu behandeln. Hierbei kommen blutdrucksenkende Medikamente wie zum Beispiel sogenannte ACE-Hemmer, aber auch Medikamente zur Verringerung der Herzfrequenz, meist in Form von Beta-Blockern und sogenannte Diuretika zur Steigerung der Flüssigkeitsausscheidung zum Einsatz.
Bleibt die Pumpleistung des Herzens schlecht, wird im nächsten Schritt über die Implantation eines Herzschrittmachers und/oder eines Defibrillators nachgedacht.
Erst wenn diese elektrischen Geräte nicht in der Lage sind, die Herzinsuffizienz in der Art und Weise auszugleichen, dass sich die Lebensqualität des Betroffenen wieder verbessert, kommt die Implantation eines sogenannten Kunstherzens in Betracht.
Patienten und deren Angehörige, die an dem Punkt stehen, an dem sie sich für oder gegen ein LVAD entscheiden müssen, haben oft schon eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen das System im Rahmen einer Notoperation implantiert wird, doch häufiger geht der Implantation ein komplexer Krankheitsverlauf voraus.
Bei der Entscheidung gibt es zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen und viele Fragen zu klären. Nimm daher alle Angebote der Information und Beratung in Anspruch und scheue dich nicht, all deine Fragen zu stellen. Auch vorherige Gespräche mit Personen, die bereits mit einem Kunstherz leben, können sehr hilfreich sein. Einen entsprechenden Kontakt wird Ihre behandelnde Klinik sicher gerne herstellen.
Auch wenn wir als Betroffene keine medizinischen Fragen beantworten können, so stehen wir gerne mit unseren Erfahrungen rund um das Leben mit einem Kunstherzen zur Verfügung.
Viele Kliniken haben zudem spezialisierte VAD-Ambulanzen, die die Patienten und ihre Angehörigen gezielt unterstützen.
Vor einer möglichen Operation stehen zudem zahlreiche Untersuchungen auf dem Plan, um sicher zu gehen, dass der Patient nach einer Implantation die bestmöglichen Chancen auf ein (im Rahmen der Möglichkeiten) „normales“ Leben hat.
Lass dich nicht davon abschrecken und nimm alles in Anspruch. Gerade auch die psychologischen Gespräche können sich als sehr hilfreich erweisen.
Genesungsziele und der Alltag in einem neuen Leben
Wichtig ist auch, gemeinsam mit dem zuständigen Personal zu skizzieren, welche Genesungsziele realistisch sind. Nicht jeder wird nach der Operation wieder in sein bekanntes Leben zurückkehren können und es gilt, sich auf ein neues Leben einzustellen. Vergleichbar mit der Geburt eines Kindes, die ebenfalls von alle Familienangehörigen Flexibilität und den Mut, sich auf etwas Neues einzulassen, erfordert.
Auch wenn es kitschig klingen mag, so kann es hilfreich sein, das LVAD wie einen neuen Teil der eigenen Persönlichkeit zu begrüßen. Einige Patienten geben ihrem Gerät sogar Namen. Alles, was hilft, sich mit dem kleinen Lebensretter anzufreunden, ist erlaubt. Das Leben wird natürlich nicht mehr sein, wie zuvor, aber es geht weiter und das ist der wichtige Punkt. Ein LVAD bringt zwar einerseits viele Einschränkungen mit sich, aber es birgt auch ungeahnte Chancen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass man als Patient und vor allem auch als pflegender Angehöriger Sicherheit im Umgang mit dem System aufzubauen. Von daher ist die frühzeitige und intensive Einweisung durch erfahrenes Personal von zentraler Bedeutung.
Auch hier gilt wieder: scheue dich nicht, all Ihre Fragen zu stellen und lass dir gerne alle Schritte so oft zeigen, dass du dich in der Handhabung der einzelnen Systemelemente sicher fühlen.
Trotz allem geht ein Leben mit so viel Technik im Körper und auch die Belastungen vor, während und nach der Operation oft mit vielen Ängsten, Sorgen und Alltagsproblemen einher. Eine psychologische Betreuung auch über die Zeit nach der Entlassung aus Krankenhaus oder Reha-Klinik hinaus ist demensprechend von zentraler Bedeutung.
Und trotz des objektiv als positiv zu bewertenden Umstandes, dass die Implantation eines LVAD ein Leben gerettet hat, kann es bei Betroffenen dennoch zur Entstehung von Depressionen und Angststörungen kommen. Auch dies ist nicht selten und niemals als Zeichen von Undank oder Schwäche zu bewerten. Hier gilt es für alle Beteiligten, unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, denn so, wie du niemals auf die Idee kommen würdest, mit dem heimischen Bohrer deine Zähne zu behandeln, wenn du Zahnschmerzen hast, lässt sich auch die Seele nicht unbedingt ohne professionelle Hilfe behandeln.
Dies gilt auch für Angehörige von LVAD-Patienten. Gerade, wenn du eventuell auch die pflegerischen Aufgaben übernehmen, die mit einem LVAD verbunden sind. Sich selbst dabei im Blick zu behalten und dafür zu sorgen, dass es einem gut geht, ist von zentraler Bedeutung für das gemeinsame Leben mit einem LVAD. Die Sorgen vor, während und nach der Operation und vielleicht auch Sorgen des neuen Alltags ernst zu nehmen und über sie zu sprechen, ist von großer Bedeutung für die seelische und körperliche Gesundheit von pflegenden Angehörigen. Oft übernehmen sie nach der Implantation viel Verantwortung für den Partner und brauchen demensprechend ebenfalls Zuspruch und Unterstützung.
Alle beratenden Stellen und auch Selbsthilfegruppen sind daher nicht nur für die Patienten selbst, sondern auch für ihre Angehörigen geeignete Ansprechpartner in allen Fragen rund um das Leben mit einem Kunstherzen.
Bei vielen Betroffenen führt das Leben mit einem LVAD hin und wieder oder auch dauerhaft zu dem Gefühl, von dem Gerät und dem Krankenhaus abhängig und von den speziell einzuhaltenden Verhaltensweisen eingeschränkt zu sein. In unserem Fall erwies sich besonders das ständige Mitführen der Tasche als enorme Belastungsprobe. Der Umstand, als Träger eines LVAD permanent auf die Tasche Rücksicht nehmen zu müssen und sie bei jeder Bewegung zu spüren, empfand mein Schwiegervater als größte Belastung im Alltag mit dem LVAD. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit ihm das GerHeart entwickelt. Dieses Hemd ermöglicht es ihm heute, einen nahezu normalen Alltag zu führen und das LVAD für einige Momente vergessen zu können.
Dauerlösung oder der Zwischenschritt zum Spenderorgan?
Ursprünglich wurden Herzunterstützungssysteme entwickelt, um Menschen, die auf ein Spenderorgan warteten, am Leben halten zu können, bis dieses verfügbar war. Mittlerweile werden die Systeme jedoch auch bei Patienten implantiert, die aufgrund ihres Alters oder anderer Faktoren nicht mehr als Empfänger eines Spenderorgans in Frage kommen. Seit 2007 werden jährlich sogar mehr Kunstherzen als menschliche Organe transplantiert.
Da die meisten Patienten ausschließlich einer Unterstützung der linken Herzkammer bedürfen, werden in erster Linie Linksherzunterstützungssysteme, kurz LVAD implantiert.
Bereits im Jahr 2001 entwickelte die Firma Thoratec das HeartMate II-System. Innerhalb des Systems sorgt die konstante Umdrehung eines Rotors (Impella) für einen kontinuierlichen Blutfluss im Körper. Daher ist es unter Umständen so, dass bei den Trägern des Systems bisweilen kein Puls mehr fühlbar ist.
Seit Oktober 2015 wird in Europa hauptsächlich das Nachfolgemodell, das HeartMate 3 implantiert. Der Vorteil dieses neueren Systems liegt darin, dass die Pumpe Aufgrund größerer Abstände zwischen Rotor und Gehäuse deutlich weniger anfällig für die Bildung von Thrombosen ist.
Die Implantation eines Kunstherzens ist ein lebensverändernder, oft aber auch ein lebensrettender Eingriff. Der, sofern nicht als Folge eines Notfalls gut durchdacht werden will. Vor einer geplanten Operation werden daher zahlreiche spezifische Untersuchungen durchgeführt. Zudem muss der Gesamtzustand des Patienten überprüft werden, so dass zusätzlich eingehende Untersuchungen bei Ärzten wie dem Hals-Nasen-Ohrenarzt, Gastroenterologen, dem Urologen bzw. Gynäkologen, einem Neurologen und auch beim Zahnarzt erfolgen.
Gegebenenfalls werden auch weitere Bildgebende Diagnoseverfahren genutzt, um Tumore im Körper aufzuspüren, die unter Umständen die Implantation eines LVAD ausschließen würden.
Aufgrund des Umstandes, dass der Patient nach der Operation lebenslang blutverdünnende Medikamente nehmen muss, die jede weitere Operation mit einem besonderen Risiko behaften, sollten notwendige Eingriffe bereits vor der Implantation des Kunstherzens erfolgen.
Die regelmäßige Einnahme der erforderlichen Medikamente und die aufwendige Versorgung der durch den Austritt der Driveline lebenslang bestehenden Wunde am Bauch sind zudem wesentliche Faktoren, über die jeder Patient vor der Operation eingehend beraten werden und auch die Unterstützung eines Psychologen in Anspruch nehmen sollte.
Wenngleich die Entscheidung für oder gegen die Implantation eines LVAD nicht leichtfertig getroffen werden sollte, sollte sie auch nicht zu lange hinausgeschoben werden. Sind die rechte Herzhälfte oder andere Organe wie zum Beispiel die Nieren durch die Herzschwäche zu stark geschwächt, kann die Implantation eines LVAD eventuell schon unmöglich geworden sein.
Welche Medikamente werden nach der Implantation eines LVAD notwendig und warum?
Blutverdünnende Medikamente
Als erstes erhalten Patienten nach der Implantation eines LVAD blutverdünnende Medikamente. Meist Marcumar® mit dem Wirkstoff Phenprocoumon.
Dies ist wichtig, da der menschliche Körper auf die körperfremden Materialen des LVAD mit einer erhöhten Blutgerinnung reagiert, so dass sich in der Folge Blutgerinnsel (Thrombosen) bilden können. Diese können Blutgefäße verschließen und so im LVAD zu einer Pumpenthrombose oder aber im Gehirn zu einem Schlaganfall führen.
Wechselwirkungen in der Marcumar-Therapie
Da zahlreiche Medikamente die Wirkung von Marcumar abschwächen oder verstärken können, ist eine genaue Überwachung der medikamentösen Therapie notwendig.
Medikamente zur Blutgerinnungshemmung
Da an der Bildung von Blutgerinnseln auch die Blutplättchen (Thrombozyten) beteiligt sind, müssen diese zur Sicherstellung der bestmöglichen Funktion des LVAD in ihrer Aufgabe gehemmt werden. Hierzu werden Medikamente wie Acetylsalicylsäure (bekannt als Aspirin) verabreicht. Bei einer Unverträglichkeit gegenüber dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure kann alternativ auch Plavix verordnet werden. Eine Therapie mit allen drei Medikamenten ist aufgrund der erhöhten Blutungskomplikationen eher selten.
Medikamente wie Acetylsalicylsäure können die Magenschleimhaut angreifen, so dass in der Therapie häufig zusätzlich ein Magenschutz (wie zum Beispiel Pantoprazol) verordnet wird, um unter anderem die Entstehung eines Magengeschwürs zu verhindern.
Da Pantoprazol zu Wechselwirkungen mit Marcumar führen kann, sollte vor Beginn oder nach Beendigung der Einnahme unbedingt der INR-Wert kontrolliert werden.
Der INR-Wert (International Normalized Ratio): Gerinnungswert
Bei gesunden Menschen liegt der INR-Wert des Blutes bei 1. Die Klinik, die das LVAD implantiert hat, legt fest, welcher INR-Wert im Rahmen der medikamentösen Therapie anzustreben ist. Dieser liegt meist zwischen 2 und 3.
Die individuell anzustrebenden INR-Werte werden in einen persönlichen Marcumar-Ausweis eingetragen, den der Patient immer bei sich tragen sollte, damit das medizinische Fachpersonal vor geplanten Eingriffen und im Notfall das Blutungsrisiko des Patienten einschätzen kann.
Um eine optimale Einstellung der Blutverdünnung zu erreichen, lernen die meisten Patienten im Rahmen von speziellen Schulungen, ihren INR-Wert selbst zu messen. Die Messung ist vergleichbar mit der Blutzuckermessung und führt laut Untersuchungen zu deutlich stabileren Werten.
Eine Überdosierung der blutverdünnenden Medikamente zeigt sich vor allem in spontanem Nasenbluten, Blut in Stuhl oder Urin oder in schwarzem Stuhl. Sollten diese Symptome auftreten ist die rasche Vorstellung beim Arzt notwendig.
Weitere Medikamente zur Unterstützung der optimalen Funktion des LVAD
Blutdrucksenkende Medikamente
Zu dieser Gruppe zählen vor allem Beta-Blocker, ACE-Hemmer und die AT-I-Blocker (Sartane). Sie sorgen unter anderem dafür, dass das LVAD durch den gesenkten Blutdruck gegen einen geringeren Widerstand arbeiten muss. Meist wird ein Blutdruck- Zielwert von Idealerweise von 60 bis 80 mmHg angestrebt.
Harntreibende Medikamente
Sogenannte Diuretika werden eingesetzt, um den Flüssigkeitshaushalt im Körper zu regulieren.
Ein gut eingestellter Flüssigkeitshaushalt optimiert die Pumpleistung des LVAD.
Medikamente zur Behandlung von Lungenhochdruck
Unter Umständen werden auch Medikamente zur Verringerung des Lungendrucks verordnet, um die rechte Herzkammer zu entlasten.
Antibiotika
Neben der für Infektionen anfälligen Austrittstelle der Driveline, sind für die Patienten vor allem Behandlungen beim Zahnarzt und Untersuchungen wie Magen-Darm-Spiegelungen problematisch. Für sie wird eine strikte Antibiotikaprophylaxe empfohlen, um Infektionen, die sich eventuell auf das Herz ausbreiten könnten, zu verhindern.
Der Alltag mit dem LVAD
Driveline, Akkus und Controller
Die Driveline sollte unter keinen Umständen geknickt oder verdreht werden, da dadurch die Leiterbahnen im Inneren beschädigt und Störungen in der Funktion des LVAD hervorgerufen werden können. Daher ist es von Nöten, dass die Driveline so gut wie möglich am Körper fixiert wird, um sie auch bei alltäglichen Bewegungen möglichst ruhig zu halten. Je weniger Bewegung die Driveline erfährt, umso besser erfolgt die Heilung innerhalb des Bauchraumes. Dadurch können Infektionen vermieden werden.
Wie ein steriler Verbandswechsel erfolgt und auf welche Weise die Driveline fixiert werden kann, darüber gibt ein Anleitungskatalog Auskunft, den der Patient und seine Angehörigen bereits im Krankenhaus erhalten. Ferner gibt es eine bebilderte Infektionsskala anhand derer die für den Verbandswechsel zuständige Person leicht erkennen kann, ob sich an der Austrittsstelle eine Infektion gebildet hat.
Alle vorhandenen Akkus sollten bei Zimmertemperatur gelagert werden und regelmäßig zum Einsatz kommen müssen. Vor jedem Gebrauch müssen sie vollständig geladen sein und auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft werden. Die Akkulaufzeit beträgt in der Regel 12 bis 20 Stunden.
Es gilt stets, die Akkus vor Feuchtigkeit zu schützen. Schwimmen ist daher mit einem LVAD nicht mehr möglich.
Gleiches gilt für die Steuereinheit, den Controller. Duschen ist unter Umständen mit Hilfe einer speziellen Duschtasche möglich.
Autofahren und Reisen
Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt, nach der Implantation eines LVAD zunächst ca. 6 Monate auf das Autofahren zu verzichten und während dieser Zeit zu beobachten, ob Kreislaufprobleme, Schwindel, Verwirrtheit oder andere Beschwerden auftreten, die die Fahrtüchtigkeit einschränken könnten.
Je nachdem, welche Absprachen mit der Klinik getroffen wurden, sind auch Reisen mit einem LVAD möglich. Es sollte jedoch vor Reiseantritt überprüft werden, ob ein geeignetes Krankenhaus vor Ort ist, das im Notfall aufgesucht werden kann. Hierfür sollte zudem ein Arztbrief mit aktuellen Diagnosen und Medikationsplan mitgeführt werden (bei Auslandsreisen ggf. in englischer Sprache).
Die Stromversorgung bei längeren Autofahrten kann über den Anschluss am Zigarettenanzünder gesichert werden.
Ernährung
Starke Gewichtsschwankungen können zu Komplikationen an der Driveline führen. Zudem verändert sich je nach Gewicht auch die Wirkungsintensität der Medikamente. Aus diesem Grund sollte ein LVAD-Patient versuchen, sein Gewicht durch eine ausgewogene Ernährung konstant zu halten.
Das Körpergewicht sollte allein schon wegen der zeitnahen Erkennung von Wassereinlagerungen täglich kontrolliert und dokumentiert werden.
Wichtig ist, bei der Ernährung auf den Vitamin K-Gehalt der Lebensmittel zu achten. Dieser sollte möglichst gering sein, da Vitamin K entscheidend an der Blutgerinnung beteiligt ist. Entsprechende Nährwerttabellen geben Aufschluss über den Vitamin K-Gehalt nahezu aller Lebensmittel.
Rauchen und Alkohol
Auf das Rauchen sollten Patienten mit einem LVAD verzichten, da es generell die Durchblutung verschlechtert.
Auch der Konsum von Alkohol sollte nach Möglichkeit einstellt werden oder zumindest in sehr eingeschränktem Maße erfolgen, da er zu starken Wechselwirkungen mit den eingenommenen Medikamenten führen kann.
Zahnpflege
Gerade für Patienten mit einem LVAD ist die tägliche Zahnhygiene von großer Bedeutung, da besonders Zahnfleischentzündungen (Paradontitis) ein enormes Risiko für die Herzgesundheit darstellen. Bei größeren zahnärztlichen Eingriffen wird empfohlen, prophylaktisch eine Stunde vor der Behandlung das Medikament Amoxillin (2g) einzunehmen, um so einer möglichen Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis) vorzubeugen. Auch sollte die Wirkung der blutverdünnenden Medikamente stets bei jedem Eingriff berücksichtigt werden.
Sport
Auch für Menschen mit einem LVAD ist körperliche Aktivität wichtig. Schon im Alltag sollte gezielt darauf geachtet werden, kürzere Wege zu Fuß zu erledigen, regelmäßig die Treppe dem Aufzug vorzuziehen oder immer mal wieder kleinere Spaziergänge zu machen. Sportliche Aktivitäten wie ein leichtes Training auf dem Ergometer sind ebenfalls empfehlenswert, sollten aber jegliche immer in Absprache mit den behandelnden Ärzten erfolgen. Kontaktsportarten und Schwimmen sind für Patienten mit einem LVAD Tabu.
Rechtliches
Kostenübernahmen
Fahrtkosten
Fahrtkosten für medizinisch notwendige Fahrten, die im Rahmen einer stationären, vor- oder nachstationären Krankenhausbehandlung nötig sind werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
Bei Vorliegen der Pflegestufe 2 oder 3 oder für Schwerbehinderte mit den Merkzeichen aG, Bl oder H kann die Übernahme der Kosten für Fahrten zu einer ambulanten Behandlung oder Kontrollterminen auf vorherigen Antrag bei der Krankenkasse unter Umständen übernommen werden.
Gerinnungsmessgerät
Nach erfolgreicher Teilnahme an einer Schulung zum Thema Selbstmanagement der Blutgerinnungseinstellung erhält der Patient ein entsprechendes Gerät zur Kontrolle der Gerinnungswerte.
Verbandsmaterial
Nicht alle notwendigen Materialien zur Versorgung der Driveline sind verordnungsfähig. Für frei verkäufliche Materialien kann die Krankenkasse eine Kostenübernahme unter Umständen ablehnen. Es lohnt sich jedoch immer bei der zuständigen Krankenkasse ein Antrag eine Übernahme der Kosten für alle notwendigen Materialien im Rahmen einer Einzelfallentscheidung zu stellen.
Antrag auch Schwerbehinderung (§§ 68 ff SGB IX)
Die Implantation eines LVAD geht für den Patienten mit einer individuellen Einschränkung seines Alltags einher. Aus diesem Grund kann ein Antrag auf Schwerbehinderung (ggf. mit besonderen Merkzeichen) gestellt werden. Da es keine bundesweite Regelung zur Einordung der Therapie mit einem LVAD gibt, können die anerkannten Grade der Behinderung je nach Wohnort des Antragsstellers variieren.
Zuzahlungsbefreiung
Da das Leben mit einem LVAD höhere medizinisch verursachte Kosten bedeutet, kann die es sinnvoll zu sein, zu überprüfen, inwiefern die Beantragung einer Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse Sinn macht.
Die individuelle Belastungsgrenze chronisch Kranker liegt bei einem Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens des Haushalts.
Auch die Übernahme der, durch die notwenige Aufladung der Akkus verursachten Stromkosten kann bei der Krankenkasse beantragt werden. Hier helfen entsprechende Messgeräte oder aber Tabellen, die in der Klinik oder beim Hersteller des Systems erhältlich sind, den genauen Mehrbedarf zu bestimmen.
Begriffserklärungen
Acetylsalicylsäure: Besser bekannt als ASS oder Aspirin. Medikament, dass unter anderem die Blutplättchen in ihrer Funktion der Blutgerinnung hemmt und meist in Kombination mit Marcumar zum Einsatz kommt
ACE-Hemmer: Medikamente zur Senkung des Blutdrucks. Häufigste Nebenwirkung dieses Medikaments ist ein hartnäckiger Reizhusten.
Antikoagulation: medikamentöse Blutverdünnung
AT-I-Blocker (Sartane): Medikamente zur Senkung des Blutdrucks
Beta-Blocker: Medikamente zur Senkung des Blutdrucks und zur Erniedrigung der Herzfrequenz
Diuretika: Medikamente zur, Regulation des Flüssigkeitshaushalts im Körper.
INR-Wert (International Normalized Ratio): Gerinnungswert
Vitamin-K Antagonisten: Medikamente zur Blutverdünnung wie Marcumar, Warfarin und Acenocoumarol.
Pantoprazol: Medikament zum Schutz des Magens vor den Nebenwirkungen von Stress und anderen Medikamenten. Wird vor allem zur Prävention von Magengeschwüren in der medikamentösen Behandlung von LVAD Patient eingesetzt.
Plavix: Medikament, dass die Blutplättchen in ihrer Funktion der Blutgerinnung hemmt.
Thrombozyten: Blutplättchen. Bestandteil des Blutes, der an der Blutgerinnung beteiligt ist.
Pumpenthrombose: Verstopft ein Blutgerinnsel die Pumpe des LVAD, so spricht man von einer Pumpenthrombose. Die Pumpleistung lässt nach und der Stromverbrauch des Geräts steigt.
Kommt es zu dieser gefährlichen Komplikation, wird zunächst versucht, das Gerinnsel durch spezielle Medikamente aufzulösen. Ist diese sogenannte Lyse-Therapie nicht zielführend, ist meist der Austausch des Systems in einer weiteren Operation notwendig.
*Die Infos sind von uns aus unterschiedlichen Quellen im Zuge unserer Eingewöhnung mit dem LVAD gesammelt worden. Vielleicht sind sie als Ideengeber auch für dich und deine Familie interessant. Wir sind selbst nur Betroffene und keine Mediziner, daher wende dich bitte immer an deinen behandelnden Arzt, wenn etwas unklar ist. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit der Informationen.