Vor Kurzem hatte mein Enkel Konfirmation. Um ehrlich zu sein, hatte ich ein bisschen Angst vor diesem Tag, denn es gibt ja immer gute und schlechte Tage. Was also, wenn gerade an diesem, für unseren ältesten Enkelsohn so besonderen Tag ein schlechter Tag ist? Ich sprach offen mit der Familie über meine Befürchtungen und Ihre Worte und das Wissen darum, dass alle Verständnis dafür hätten, wenn es an diesem Tag eben leider nicht geht, haben mir sehr geholfen mich zu entspannen.
Und so war es tatsächlich so, dass ich am Tag der Tage fit war und unseren Enkel bei diesem Ereignis begleiten konnte.
Ich hatte mich herausgeputzt, ein sommerliches schönes Hemd und mein Lieblingssakko angezogen.
Auf der Feier begegnete ich zahlreichen Menschen, die ich schon länger nicht mehr gesehen hatte und viele von wussten zwar von meinem LVAD, hatten mich aber noch nicht wieder gesehen, seit ich mein GerHeart habe. Sprich, sie erinnerten sich nur an mich mit dieser grauenhaften Tasche.
Nun stand ich so vor Ihnen in Hemd und Sakko – ja, und ohne blöde Tasche. Und schon kam die erste Frage: „Ja, hast du denn gar kein Kunstherz mehr?“. Doch, habe ich gesagt, aber ich habe mein GerHeart und damit ist es quasi unsichtbar. Insgesamt hörte ich die Frage, ob ich denn nun kein Kunstherz mehr haben würde an diesem Tag etliche Male und jedes Mal machte es mich stolz, dass ich zum einen fit genug war, um an der Feier teilnehmen zu können und alle sich sehr über meine Anwesenheit und meine Fitness gefreut haben, zum anderen war es aber auch ein wunderbares Gefühl, dass man mir das LVAD einfach nicht ansah. Ich war als ganz normaler Gast, als Opa, Vater, Ehemann, Schwiegervater, Verwandter, Bekannter, Nachbar auf dieser Feier und nicht als kranker Mann mit einem Kunstherzen….
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